
100 Jahre Klasse Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf
Ausstellung
17.4. bis 14.6.2026
Fr-So, 12 – 18 Uhr
Akademie-Galerie - Die Neue Sammlung, Burgplatz 1, 40213 Düsseldorf
Eröffnung 13.4.2026 um 18 Uhr
Im Jubiläumsjahr haben Studierende unter der Leitung von Prof.in Lena Newton 100 Jahre Studieren in der Bühnenbildklasse erforscht. Hierfür befragten sie u.a. Anna Viebrock, Katrin Brack, Katharina Sieverding, Heinz Balthes und Editha Hackspiel.
Aus den Interviews haben sie eigene Modelle, Kostüme und Videos erstellt. Diese werden in einem Dialog mit früheren Werken inszeniert und in einen historischen Kontext gestellt.
Kritisches Augenmerk liegt dabei auf der Zeit zwischen 1933 bis 1945, in der Walter von Wecus mit der ‚Klasse für Bühnenkunst‘ die Propaganda des Nationalsozialismus unterstützte.
Für eine begleitende Veranstaltungsreihe kooperiert die Klasse Bühnenbild mit dem Theatermuseum Düsseldorf, dem Institut für Kunstgeschichte an der HHU und dem FFT Düsseldorf.
Parallel zu 100 Jahre Klasse Bühnenbild findet im Theatermuseum Düsseldorf die Ausstellung “Bühnenkunst in den 1920er Jahren” statt. Laufzeit: 18. April bis 6. September 2026.
Hintergrund
Die unter dem Direktorat Walter Kaesbachs gegründete ‘Klasse für Bühnenkunst’ an der Kunstakademie Düsseldorf wurde 1926 der erste Bühnenkunst-Lehrgang einer deutschen Hochschule, an den eine Professur gekoppelt war.
Die Absicht Kaesbachs, Bühnen- und Kostümbild in den künstlerischen Diskurs zu rücken, war Ausdruck eines Reformbestrebens am Ende der Weimarer Zeit, das in den Bildenden Künsten und auf den Theaterbühnen der Weimarer Republik gleichermaßen lebendig war.
Die Klasse wurde von Walter von Wecus geleitet, der mit seiner raumzentrierten modularen Bühnenarchitektur die Ausrichtung des Studiums bestimmte. Auf Walter von Wecus folgten Teo Otto und nach einer kurzen Interimsphase, in der die Klasse vom ehemaligen Assistenten Teo Ottos, Wolf Seesselberg, geleitet wurde, Karl Kneidl, Johannes Schütz.
Die politischen und kulturellen Umbrüche nach Ende des 1. Weltkriegs werden Ausgangspunkt sein, um Veränderungen im Bühnen- und Kostümbild zu diskutieren und Parallelen zu heute zu ziehen.
Walter von Wecus war auch nach 1933 als Bühnenbildner, Architekt und Maler erfolgreich und war bis 1958 durchgehend Professor an der Akademie. An seiner Biografie lässt sich mitverfolgen, wie sich die Rolle von Bühnenbild während der Weimarer Republik, während der NS-Zeit und in der Nachkriegszeit gewandelt hat. In den Publikationen der Kunstakademie zu Walter von Wecus ist sein Engagement für das nationalsozialistische Regime bisher nicht untersucht worden. Das werden die Ausstellung und eine geplante Publikation nachholen.
Auch in den Biografien von Teo Otto, Karl Kneidl und Johannes Schütz lassen sich die Auswirkungen von politischen Ereignissen und kulturellen Umschwüngen auf die künstlerische Arbeit und auf die Lehrpraxis nachverfolgen. Alle drei Bühnenbildner waren viele Jahre an bedeutenden Theaterinszenierungen im deutschsprachigen Raum beteiligt und trugen zur gesellschaftlichen Relevanz des Regietheaters der Nachkriegszeit bei.
Die Ausstellung soll beispielhaft aus der Perspektive der jeweiligen Studierenden die Epochen der Bühnenbild-Professuren beschreiben, charakterisieren und in den jeweiligen Kontext der Zeit einordnen und beleuchten.
Die an der Recherche beteiligten Studierenden sind auf der Suche nach ehemaligen Studierenden, die nach 1933 die Kunstakademie verlassen mussten, wie zum Beispiel Hanna Jordan. Sie suchen außerdem nach Frauen, die in der Bühnenbildklasse studiert haben, unabhängig davon, ob sie nach Abschluss des Studiums als Bühnen- und Kostümbildnerin tätig waren.
Des Weiteren nimmt die Ausstellung die ehemaligen Assistent:innen der Professoren in den Blick, wie zum Beispiel Thomas Richter-Forgách, Heinz Balthes, Wolf Seesselberg und Ruth Groß.
Die Klasse Bühnenbild kooperiert mit dem Theatermuseum Düsseldorf für deren Jahresausstellung “Bühnenkunst in den 1920er Jahren”, sowie mit der Theaterwissenschaftlichen Sammlung Köln.
Die Ausstellung wird großzügig unterstützt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Kunstakademie Düsseldorf. Der als Recherchebericht geplante Katalog folgt im Anschluss und wird u.a. von der Konrad-Krieger-Stiftung gefördert.







Flyer/Poster/Banner: © Studio Stephanie Passul
Veranstaltungsreihe
100 Jahre Bühnenkunst in Düsseldorf
Eine Kooperation der Klasse Bühnenbild mit dem Institut für Kunstgeschichte an der HHU, dem Theatermuseum Düsseldorf, dem FFT Düsseldorf und dem Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen.
17.04.2026, 18 Uhr | Theatermuseum Düsseldorf
Eröffnung der Ausstellung Bühnenkunst in den 1920er Jahren
Theatermuseum Düsseldorf, Jägerhofstr. 1, 40479 Düsseldorf
21.04.2026, 19 Uhr | Haus der Universität
Prof. Dr. Peter W. Marx (Universität zu Köln und Direktor der Theaterwissenschaftlichen Sammlung, Köln) 100 Jahre Bühnenkunst
Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf
05.05.2026, 19 Uhr | Theatermuseum Düsseldorf
Dr. Sascha Förster (Direktor des TMD) , Prof.in Lena Newton (Leitung Klasse Bühnenbild Kunstakademie Düsseldorf) und Torsten Blume (wissenschaftlicher und künstlerischer Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau) Gespräch über die historischen Bühnenklassen in Düsseldorf, Dresden und am Bauhaus.
Theatermuseum Düsseldorf, Jägerhofstr. 1, 40479 Düsseldorf
12.05.2026, 19 Uhr | Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung
Filmvorführung und Gespräch mit Anne Linsel über ihren Film “Bis hierher und noch weiter – die Bühnenbildnerin Hanna Jordan”, 45 min, WDR (1989). Anne Linsel ist Journalistin, Autorin, Filmemacherin, Regisseurin und Publizistin. Seit 1985 macht Linsel Dokumentarfilme zu kulturellen und politischen Themen für den WDR, Arte und 3sat. Ihr Film Tanzträume – Jugendliche tanzen Kontakthof von Pina Bausch wurde 2010 bei der Berlinale in der Kategorie Berlinale special uraufgeführt und später auf verschiedenen internationalen Filmfestivals und im Kino gezeigt.
Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung, Burgplatz 1, 40213 Düsseldorf
19.05.2026, 19 Uhr | FFT Düsseldorf
unpack archive.zip - Neue Medien und (post)digitale Formate.
In Tischgesprächen geben Studierende der Kunstakademie Einblick in ihren aktuellen Work‑in‑Progress, in mediale Experimente sowie in bereits archivierte künstlerische Ansätze. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche neuen Räume digitale und andere zeitgenössische Medien für das Theater eröffnen, welchen ästhetischen und inhaltlichen Fragestellungen wir nachgehen und inwiefern Digitalität unsere Arbeitsweisen, Entscheidungsprozesse und künstlerischen Perspektiven beeinflusst.
Moderiert von Susanne Schuster und Margareta Bartelmeß. Susanne Schuster ist Dramaturgin und Mitbegründerin der freie Medien- und Performancegruppe ‚OutOfTheBox‘. Margareta Bartelmeß studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und ist als freie Künstlerin und Bühnenbildnerin tätig. Ihre Arbeit fokussiert sich auf digitale Materialität und Nachhaltigkeit.
Forum Freies Theater Düsseldorf, Konrad-Adenauer-Platz 1, 40210 Düsseldorf
28.05.2026, 19 Uhr | Theatermuseum Düsseldorf
Buchpräsentation von Katrin Brack. – Katrin Brack ist eine der bedeutendsten Bühnenbildnerinnen im deutschsprachigen Raum. Sie studierte von 1978–1984 an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Karl Kneidl. Anschließend wurde sie Assistentin von Karl-Ernst Herrmann am Schauspielhaus Bochum unter der Intendanz von Claus Peymann. Mit ihm ging sie 1986 ans Burgtheater Wien. Erste eigene Arbeiten schuf sie für Inszenierungen von Alfred Kirchner und Matthias Langhoff. Ab Anfang der 90er-Jahre begann eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Regisseur Luk Perceval, ab Beginn der Nullerjahre auch mit Dimiter Gotscheff und René Pollesch. 2004, 2005 und 2007 wurde sie in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater Heute zur Bühnenbildnerin des Jahres gewählt. 2006 erhielt sie den „Faust“-Preis für ein Bühnenbild aus purem Nebel, entstanden für die Inszenierung „Iwanow“ in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Regie Dimiter Gotscheff. Im Jahr 2007 und 2017 wurde ihr der „Nestroy“-Theaterpreis verliehen. 2017 erhielt sie den Goldenen Löwen in Venedig für ihr Lebenswerk. Am 7. April 2019 Verleihung des Hein-Heckroth-Preises in Gießen. 2009–2024 war sie Professorin für Bühnenbild an der Akademie der Bildenden Künste in München.
Theatermuseum Düsseldorf, Jägerhofstr. 1, 40479 Düsseldorf
30.05.2026, 16 Uhr | Hörsaal der Kunstakademie Düsseldorf
Filmvorführung und Gespräch mit Uscha Pohl – Erinna Königs Abschlussarbeit an der Kunstakademie Düsseldorf 'Oskar B oder der Imperialismus’ (1947). Der Film stellt eine persönliche Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschickt dar, gesehen durch die Linse der Familienalben der Familie B. und Archive der Firma Freudenberg, Ceylon / Sri Lanka. Datailliert beschreibt er die Deutsch/Europäische Geschichte seit dem Feudalismus und der industriellen Revolution die im Kolonialismus mündet und hinterleuchtet die Gegebenheiten die zum ersten Weltkrieg führten – wo der Film endet. Der 16mm Film entstand 1974 mit der Förderung des damaligen Akademiedirektors Norbert Kricke und gehörte im selben Jahr zum deutschen Beitrag der Internationalen Kurzfilmtage in Oberhausen.
Uscha Pohl gründete 1996 ‘UP&CO ‘in Tribeca, New York als multimedialen ‘artist space’ / Künstlergalerie, die neben Ausstellungen eine eigene UP&CO Modekollektion produzierte sowohl als auch VERY magazine und VERYstyleguide (Stadtführer für Kreative) – London, New York, Paris, Berlin, Rio de Janeiro) publizierte. 2004 eröffnete Pohl VERY UP&CO in Shoreditch London, und transformierte 2023 bei der Übernahme der Verwaltung des Nachlasses Erinna Königs deren Atelier in Düsseldorf Bilk zu ‘UP&CO @ EK STUDIO,’ als Ort für Erinna König- und internationale Ausstellungen.
Kunstakademie Düsseldorf, Eiskellerstr.1, 40231 Düsseldorf
02.06.2026 , 19 Uhr | Aula der Kunstakademie Düsseldorf
Ausschnitt aus Szenischen Proben für Hans Werner Henzes Oper ‘Don Chisciotte’. Studierende aus allen NRW-Musikhochschulen und der Bühnenbildklasse der Kunstakademie Düsseldorf erarbeiten eine Aufführung der Oper ‘Don Chisciotte’ in Montepulciano im Juli 2026. Einführung in die Oper von Prof. Michael Dissmeier und Dr. Elena Minetti. Prof. Michael Dissmeier ist Regisseur des Opernprojekts und Leiter der Opernschule an der HfM Detmold. Dr. Elena Minetti ist Musikwissenschaftlerin und lehrt am Institut für Kunst- und Musikwissenschaft an der Universität Graz.
Kunstakademie Düsseldorf, Eiskellerstraße 1, 40213 Düsseldorf
07.06.2026 , 16 Uhr | Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen
„Memory Acts for a Learning Space“. Vortrag mit der Künstlerin Maximiliane Baumgartner, Studierenden der ehemaligen Klasse Baumgartner und dem Kunsthistoriker Wolfgang Brauneis über das gemeinsame Klassenprojekt mit Stadtspaziergang „Memory Acts for a Learning Space“ (2025), das auf Feld- und Archivrecherchen basierte. Brauneis war Kurator der Ausstellung „Die Liste der ‚Gottbegnadeten‘ – Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik“ (2021) im Deutschen Historischen Museum in Berlin.
Der Vortrag findet in Zusammenhang mit Baumgartners Einzelausstellung im Kunstverein Düsseldorf statt. (Eröffnung: Freitag, 22. Mai 2026, 18–22 Uhr). Ausgangspunkt der Einzelausstellung bildet der Düsseldorfer Nordpark, der 1937 im Zuge der sogenannten „Reichsausstellung Schaffendes Volk“ entstand, bisher jedoch kaum aufgearbeitet wurde. In dem Projekt knüpft Baumgartner an ihre langjährige Beschäftigung mit räumlichen Kontexten, deren sozialen, politischen und historischen Implikationen sowie fortwirkenden NS-Kontinuitäten an.
Kunstverein Düsseldorf, Grabbeplatz 4, 40213 Düsseldorf